Avi Avital

Avi Avital

Zupferkurier  Avi, aus meiner Sicht bist Du Mose, der sein Volk durch die Wüste führt. Und die Wüste ist die Mandoline ohne Image. Aber Du führst sie ins Gelobte Land.

Ich hoffe, ich werde weniger als 40 Jahre dazu brauchen.

ZK  Es ist typisch für alle die Vereine: Sie leiden und sagen „oh, keiner kommt und will mitmachen.“ Ich möchte so gerne Mut machen! Wir müssen nach Vorbildern suchen! Bei der Gitarre funktioniert es doch. Da gibt es die Industrie, die jede Menge Werbung macht und eine riesige Anzahl von Endorsern hat. Meine Frage ist: Wo willst Du Dein Volk hinführen?

 

Ich denke, die Mandoline verdient es, in den Konzerthallen so präsent zu sein wie jedes andere Instrument auch. Vor 100 Jahren stand die Gitarre vor derselben Situation wie die Mandoline heute. Die Gitarre wurde hauptsächlich als Flamenco Instrument angesehen, als populäres Instrument. Es gab freilich einige Komponisten, aber unbedeutend an Zahl.  Und da war dieser Bursche in Spanien, dessen Namen Andrés Segovia war, und er beschloss, Bach zu spielen auf der Gitarre und er wollte alle berühmten Komponisten bitten, etwas für die Gitarre zu komponieren. Und so erreichte er eine Revolution. Er war der erste, der auf der Gitarre in der Carnegie Hall spielte.

Es ist gerade diese Art der Revolution, welche auch die Mandoline erleben wird!

Und inzwischen gibt es so viele Stücke von wirklich großen Komponisten. Z.B. Heitor Villa-Lobos, der für Segovia komponierte, weil dieser ihn inspirierte. Und wenn man heute in eine Musikhochschule geht, dann ist dort die Gitarre ein äußerst populäres Instrument – genauso wie das Piano.  Es ist gerade diese Art der Revolution, welche auch die Mandoline erleben wird!

Zum ersten bin ich nicht konditioniert durch die Mandolinenvereine: Ich dachte nie, dass die Mandoline ein begrenztes Instrument sei. Auch kein einziger meiner Lehrer dachte jemals so. Das Problem mit der Mandoline ist es, dass sie ein bisschen in der Geschichte der Musik stecken geblieben ist. In der Evolution der Mandoline gibt es immer drei Elemente: Der Instrumentalist, das Repertoire und der Instrumentenbauer. Am Beispiel des Pianos: Beethoven schrieb Sonaten, die schwieriger als die von Mozart sind. Sie verlangen nach einer besseren Technik des Instrumentalisten. Die Spieler dieser Zeit konnten durchaus Beethoven spielen – aber das Instrument genügte ihren Ansprüchen nicht. Die Pianobauer verbesserten das Instrument. Rachmaninov komponierte sogar noch schwierigere Stücke. Generationen von Pianisten haben diese Schwierigkeiten gemeistert. So entwickeln sich die Instrumente. Die Mandoline blieb stecken, denn keiner der großen Komponisten fertigte Werke für die Mandoline an. Sie haben nicht die technische Bauweise herausgefordert. Und darum hat sich das Instrument nicht weiterentwickelt und blieb für viele Jahre äußerst traditionell.

 

Avi Avital

Ich dachte nie, dass die Mandoline ein begrenztes Instrument sei.

Diese Sperre möchte ich durchbrechen. Dies ist der Grund, warum ich mit Mandolinenbauern zusammenarbeiten möchte.

ZK  Hast Du eine Mandolinensammlung?

Das nicht direkt. Aber ich arbeite mit Arik Kerman zusammen (www.kermanmandolin.com). Und er hat ebenfalls die Vision, dass die Mandoline in einem modernen Konzertsaal gehört werden könne. Sein Modell ist lauter und volltönender und hat verschiedene Klänge – also eine andere Qualität als die traditionelle Mandoline.

Ich möchte die Blockade des Repertoires durchbrechen. Es gibt inzwischen eine große Anzahl von Stücken, die für die Mandoline komponiert werden. Wie viele wirklich wichtige Komponisten haben in den letzten dreihundert Jahren für die Mandoline geschrieben? Du kannst die Qualität der Werke nicht vergleichen mit den Werken für Violine oder Klavier. Und darum versuche ich bedeutende Komponisten davon zu überzeugen, Stücke für die Mandoline zu komponieren. Dies mache ich jedes Jahr und es gehört zu meiner Vision: Eine kritische Masse von Repertoire zu bewirken, von hochqualitativem Repertoire, das auch noch den Mandolinisten in der Zukunft genügen wird.

ZK Wie denkst Du über Calace? Ich habe das Gefühl, Du magst ihn nicht wirklich…

Ich erkenne die Wichtigkeit von Calace an. Ich habe alle seine Musik als Student gespielt und ich schätze seine Musik. Er ist definitiv einer der besten Mandolinen-Komponisten. Wenn Du die besten und erstaunlichsten Stücke von Calace nimmst und sie vergleichst mit einer Brahms Violin-Sonate, dann wirst Du feststellen, dann kommt Calace nicht einmal nahe heran. Das ist mein Problem. Wenn Du in der Carnegie Hall spielen willst, also an einem Platz, der alle großen Künstler der Welt gesehen hat, und man kommt mit einer Idee von der Mandoline, die nicht gerade 100%ig ist… sie haben ihre Vorurteile über die Mandoline. Du möchtest die beste Musik auf der Mandoline spielen -  Dann ist Calace gut, jedoch keineswegs der beste. Ich mag ihn, jedoch wenn ich das Beste für die Zuhörer in der Carnegie Hall spielen möchte, dann gehört er nach meiner persönlichen Auffassung nicht dazu.

 

Avi Avital

Du möchtest die beste Musik auf der Mandoline spielen

ZK  Was schlägst Du also vor für die Carnegie Hall?

Wenn ich dort gespielt habe, dann Bach, Vivaldi oder auch zeitgenössische Musik, wie György Ligeti und eigene Auftragswerke.

Aber der Punkt ist, dass ich Werke ausgewählt habe, die  nicht  aus der Tradition der Mandolinenmusik stammte. Wenn 1000 Leute zu solch einem Konzert kommen, dann möchte ich, dass sie strahlend, wirklich enthusiastisch, glücklich, inspiriert herauskommen – und auf diese Weise suche ich das Repertoire heraus. Dies ist auch mein persönlicher Geschmack. Ich spiele Calace im Konzert, besonders die Fantasia Poetica mit Piano, das ist das beste Stück. Bei den Präludien bevorzuge ich Bach.

ZK Ich sah sofort beim Hereinkommen die CD von Caterina Lichtenberg und Mike Marshall mit den Bach Inventionen. Glaubst du, dass diese beiden zu den „Heroes“, den ganz großen Vorbildern auf der Mandoline gerechnet werden können?

Absolut!! Beide – wie auch ein paar andere Mandolinenspieler –  schauen auf die Entwicklung des Instruments. Sie sind nicht – wie es gerne bei solchen Personen üblich ist – konditioniert durch die Tradition.

Dies ist ein großes Instrument, ein frischer, neuer Klang im Konzertsaal, den man kaum kennt

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Die Tradition ist wichtig. Aber wir leben im Jahr 2017 und die Konzertbesucher sind anders als sie einmal waren. Die Konzerthallen sind anders als vor 300 Jahren, der Geschmack hat sich gewandelt, und wir sind nur einen Mausklick entfernt von der vollen Auswahl an Musik der Welt. Wir können jetzt südindische klassische Musik anwählen und mit einem Klick können wir sie hören. Das war vor 100 Jahren anders. Damals musste man nach Indien fahren, um diese Art klassischer Musik zu hören. Die Leute kommen heute in ein Konzert voll mit Informationen. Voller Assoziationen. Sie wissen eine Menge über Musik. Dieses ändert die Art, in der wir Musik präsentieren, die Auswahl, die wir treffen. Die Zuhörer haben sich gewandelt. Caterina Lichtenberg und Mike Marshall haben diese glückliche Sensibilität und sie sagen: Dies ist ein großes Instrument, ein frischer, neuer Klang im Konzertsaal, den man kaum kennt. Wie können wir ihn präsentieren? Wie können wir ihn weiterentwickeln? Was können wir an Neuem den Zuhörern bieten?

ZK Obwohl sie wiederum Bach spielen? Obwohl Du Bach spielst? Er ist doch erstaunlich, dass jeder zu Bach zurückkehrt!

Bach ist eine klare Wahl. Bach ist einer der genialsten Komponisten der Welt. Was aber z.B. Bach den Vorrang vor Mozart gibt, dass Bachs Musik absolut ist. Er geht über das Instrument hinaus. Mit welchem Instrument auch immer du eine Bach-Fuge spielst, so ist sie voller Kraft, ein typischer Bach. Die Power kommt vom Kontrapunkt und nicht vom Instrument. Es ist schwieriger mit Komponisten, wie Brahms oder sogar Beethoven: Wenn man sich eines dieser Violinkonzerte vorstellt, dann ist dies mehr für das Instrument geschrieben. Die Struktur der Bachschen Musik ist so perfekt, dass Du sie auf dem Akkordeon, auf der Mandoline oder dem Klavier spielen kannst – es bleibt eine erstaunliche Musik.

ZK Hast Du Bach auch als Jazz gespielt?

Nicht wirklich.

ZK Oder spielst Du auch Elektrische Mandoline? Dies könnte ein Weg sein, die Mandoline nach vorne zu bringen.

Ich habe nichts dagegen. Aber es ist nicht meine Stimme. Ich mag die Magie eines physischen Klanges, der sich aus dem Holz, einem Plektrum und einer Saite entwickelt. Es ist ein sehr altes Konzept aus der Evolution der Musikinstrumente. Es kam vor dem Bogen und vor den Blasinstrumenten. Es ist sehr einfach. Und ich mag diesen Charme. Wenn Du mich fragst, warum ich keine E-Mandoline spiele, dann ist es dasselbe, als wenn Du mich fragen würdest, warum ich kein Saxophon spiele… Ich kann mein Instrument vor 2500 Leuten spielen und man hört es!  Bei einem sehr großen Orchester braucht man vielleicht ein klein wenig Verstärkung, aber dennoch wird der natürliche Klang beibehalten.

ZK Eines meiner Hauptinteressen ist die Frage nach Deinen Lehrern. Wie haben sie mit Dir gearbeitet? Wie haben sie Dich entwickelt? Wie haben sie etwas von Dir gewollt? Haben sie Dich ein Stück wählen gelassen oder haben sie Dir ein Stück vorgegeben? Wie arbeitete Simcha Nathanson mit Dir und wie hast Du Ugo Orlandi erlebt?

Ich komme von einem recht merkwürdigen Hintergrund. Bis ich 23 war und bei Ugo Orlandi studierte, hatte ich keinen Mandolinenlehrer. In Israel hatte ich Simcha Nathanson, der Violine spielte, und Moti Shmitt an der Musik Akademie in Jerusalem, der tatsächlich ein Violinprofessor war –  einfach weil es keine Mandolinenlehrer zu dieser Zeit gab. Simcha Nathanson immigrierte aus Sankt Petersburg nach Be’er Sheva. Er als Violinist spielte zwar ein ganz klein wenig Mandoline, kannte aber überhaupt nicht die traditionelle Technik der Mandoline. Da er keine Stelle für Violine bekam, wurde er Mandolinenlehrer und ich war einer seiner letzten Schüler. Seine Lehre war komplett autodidaktisch. Er wusste nicht, wie man traditioneller Weise ein Plektrum hält. Folglich arbeitete er als Autodidakt und wir alle in Be’er Sheva hielten das Plektrum falsch. Die ganze Technik war mehr beeinflusst von der Violintechnik. Alles Repertoire war von A-Z Violinrepertoire, folglich kannten wir Calace nicht.

ZK Sind Violinlehrer die besseren Mandolinenlehrer? Wenn wir nicht genügend Mandolinenlehrer haben, sollten Violinlehrer die Mandoline unterrichten?

Er hat mich nicht die Mandoline gelehrt, sondern Musik. Das war der Fokus. Er lehrte mich, wie man eine Phrase spielt; er lehrte mich den musikalischen Ausdruck: Wir müssen der Musik dienen, die komponiert wurde. Für die Zuhörer. Dies habe ich von meinen Lehrern gelernt bis ich 23 war.

Er hat mich nicht die Mandoline gelehrt, sondern Musik

Meine Technik und meine Herangehensweise sind gewissermaßen autodidaktisch. Dies war manchmal ein Hindernis. Aber am Ende war es vorteilhaft, da ich nicht konditioniert war auf das originale Repertoire und auch nicht auf die traditionelle Technik. Man gab mir z.B. das Mendelssohn Violinkonzert und: „Nun spiel mal!“ Folglich entwickelten wir eine Technik dafür, weil wir es einfach spielen mussten. „Dieses ist die Bach Chaconne!“, und folglich spielte ich sie als Prüfungsstück mit achtzehn im Konservatorium (Musikschule).

ZK Hast Du die Stücke herausgesucht oder hat der Lehrer sie vorgegeben?

Es war eine Mischung. Von meinem achten bis zu meinem 18.Lebensjahr im Be’er Sheva Konservatorium kam hauptsächlich der Lehrer mit seinem Plan, vorrangig mit Violinrepertoire. Und dies zwang mich, eine Technik zu entwickeln, die viel herausfordernder war, als wenn ich nur Mandolinennoten gespielt hätte. Und danach in der Musikakademie in Jerusalem mit Moti Shmitt wechselte die Methode: Man musste Verantwortung übernehmen und kam mit eigenen Vorschlägen. Als ich die Prüfung an der Musik Akademie ablegte, spielte ich fast das komplette Violinrepertoire.

Avi Avital
Avi Avital
Avi Avital
Avi Avital
Avi Avital
Avi Avital
Avi Avital
Avi Avital

…spielte ich fast das komplette Violinrepertoire

Aber wenn ich nun begann, Konzerte zu spielen, so fragte ich mich selbst, wie kann ich mich einen Mandolinenspieler nennen, wenn ich doch die Traditionen nicht kenne? Aus diesem Grund ging ich nach Padua, um bei Ugo Orlandi zu studieren. Dort lernte ich Raffaele Calace und Carlo Munier kennen, also das originale Mandolinenrepertoire. Ich spielte auf einer Calace Mandoline. Dafür musste ich die Plektrumtechnik von Grund auf neu lernen. Aber ich war reif genug, um zu wissen, wie man lernt. Ugo ist ein fantastischer Lehrer und großer Musiker. Jedoch ich war in der Lage mir jeweils herausziehen, was ich als nötig erachtete, denn ich war bereits halb geformt als Musiker und als Person. Nun halte ich das Plektrum eher wie in Be’er Sheva und nicht wie bei Ugo. Dies kommt daher, dass ich nicht einfach das übernehme, was der Lehrer sagt, sondern dass ich mich jeweils frage, warum benötige ich gerade diese oder jene Technik, also wo liegt der Widerstand einer Saite. Welcher Winkel bringt die Saite am besten zum Klingen? Es gibt nicht nur einen Weg, sondern viele. Ich lerne von so vielen Menschen: Von Violinspielern, von Klarinettenspielern… ich lerne stets. Das ist das echte Lernen! Du benutzt Deine Intelligenz und Dein Hirn, um etwas zu entwickeln, nicht um nur einer Sache nachzufolgen, weil sie seit 200 Jahren so gemacht wurde.

ZK Ich bin stets auf der Suche, was einen guten Lehrer ausmacht. Was möchtest Du Deinem Sohn mitgeben?

Ich möchte, dass er eine Menge von Dingen selbst herausfindet. Ich möchte in der Regel nicht sagen: „Tu dies oder lass jenes!“ Er soll seine moralische Welt, wie er sie als Erwachsener leben wird, selbst entwickeln. Manchmal muss man ihm natürlich in die Parade fahren…Wenn ich in einer Masterclass unterrichte, dann möchte ich zuallererst das Verstehen lehren. Ich würde die Methode an dem Kind oder dem jungen Menschen ausrichten. Die meisten meiner Lehrer dachten nach, wer ich sei – und haben entsprechend ihre Methode angewandt.

ZK  Wer bist Du?

Ich war äußerst neugierig als Schüler. Ein klein wenig faul beim Üben. Die Lehrer wussten genau, dass sie mir Musik geben mussten, die ich richtig mochte, denn sonst würde ich sie nicht geübt haben. Ich spielte auch gerne Rock, israelische Musik, Keyboard, Drums. Ich bin und bleibe neugierig und ruhelos. Jedoch ich begrenze mich auf ein Instrument, die Mandoline. Als Erwachsener kommt man mehr dazu, sich zu fokussieren und ein Instrument richtig zu können. Aber ich habe diese Neugier immer noch, wenn ich das Programm für meine Mandoline zusammenstelle. Wenn ich bei Ugo Orlandi lernte, dann mit einem italienischen Instrument und ich hörte auf ihn, denn ich wollte das lernen, was er am besten vermitteln konnte. Ich wollte nie sagen: Dies ist mein Stil, den ich verfolge. Ich kam, um zu lernen.

Heute habe ich Freude an der Violinmusik, denn sie fordert mich am meisten und macht den Zuhörern am meisten Freude. Daneben spiele ich traditionelle Musik. Und ganz besonders schön finde ich es, Auftragskompositionen zu vergeben.

ZK Bach und Vivaldi verkaufen sich immer. Aber moderne Auftragskompositionen?

Ich spiele immer auch moderne Musik. Auch zusammen mit Symphonieorchestern. Denn wenn man als Mandolinenspieler kommt, dann ist dies bereits ein einmaliges und besonderes Konzert. Das ist etwas Interessantes, etwas, was neugierig macht. Ob es Vivaldi auf der Mandoline oder ein neues Stück ist, dann ist beides so „neu“, dass man gut beides anbieten kann.

Avi Avital

Wenn man als Mandolinenspieler kommt, dann ist dies bereits ein einmaliges und besonderes Konzert… so neu…

Bei meiner Kooperation mit der Deutschen Grammophone ist der Schlüssel bei der Auswahl von Stücken immer der künstlerische. Es ist ein Risiko, wenn ich jetzt „Avital meets Avital“ eingespielt habe. Aber ich habe dieses Programm vorgeschlagen und die DG steht hinter mir. Man wird also nicht durch die Industrie „gemacht“, sondern es ist ein gutes Zusammenspiel. Ich habe ein gutes Gespür dafür, was Menschen gerne hören und wann sie wieder den Play-Knopf drücken werden. Darum gibt mir die Plattenfirma eine Menge Freiheit.

ZK Ist dies ein Weg, wie Du den Burnout vermeiden kannst? Wenn ich Deinen Auftrittsplan anschaue, dann hast Du ein riesiges Pensum abzuarbeiten.

Ich komme aus einem Konzert mit doppelter Energie heraus!

Ich bekomme keinen Burnout! Ganz und gar nicht. Es ist eine fast religiöse Hingabe an die Musik, an das, was ich mache. Du wählst diesen Beruf nicht wegen des Geldes oder des Ruhmes willen. Es ist nicht einmal ein Beruf. Es ist ein way of life. Du gehst diesen Weg, weil Du zu 100% überzeugt bist, dass es ein guter Weg ist. Für die Gesellschaft und für die Humanität. Ich glaube an die Macht der Kunst. Ich glaube, wenn jeder Mensch Zugang zu Kunst hat, dann werden wir besser leben. Die Kunst aktiviert Dein Hirn in besonderer Weise. Wenn ich ein Konzert spiele mit 2000-3000 Zuhörern, und wenn ich weiß, dass sie jetzt in diesem Augenblick diese Kunsterfahrung machen, dann ändern sie sich. Das ist alles, was ich brauche. Dies ist ein großes Gefühl. Ich komme aus einem Konzert mit doppelter Energie heraus!

ZK  Lieber Avi, ich danke Dir herzlich!

ANNA CLYNE Concerto for Mandolin and Strings, "Three Sisters" Avi Avital, mandolin

Alle Fotos in diesem Beitrag: Copyright Dr. Thilo Fitzner
Dr. Thilo Fitzner
Dr. Thilo FitznerKorrespondent

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