Wer ist's? 03/2010
Die künstlerische Begabung bekam er gewissermaßen in die Wiege gelegt: Sein Vater war ein bekannter Porträt-Maler, seine Mutter ebenfalls eine begabte Malerin und ausgebildete Pianistin. Geboren wurde er 1913 in Florenz, verbrachte seine Jugend in Zell am See, München und Prag. In der Zeit seines Studiums (Klavier, Orgel, Dirigieren, Komposition) an der Münchner Akademie der Tonkunst lernte er den 18 Jahre älteren Carl
Orff kennen, mit dem ihn eine lebenslange Freundschaft verband und der seine künstlerische Persönlichkeit nach Kräften förderte. Von großer Bedeutung war auch eine Begegnung 1932 mit Igor Strawinsky, der ihm riet, „musikalische Porträts zu zeichnen“. Das tänzerische Moment seines Kompositionsstils erfuhr starke Impulse durch seine Zeit als Pianist und Improvisator an der Londoner Mary-Wigman-Schule sowie die nachfolgende Tätigkeit als Ballettrepetitor.
1939 erfolgte seine Berufung zum Kompositionslehrer am Salzburger Mozarteum, hinzu kam der Aufbau einer Jugendmusikschule. Während des „Dritten Reichs“ gehörte er zu den viel aufgeführten Komponisten, was nicht zuletzt an dem immer wieder starken Bezug zu alten Volksweisen, deren freie Metrik bzw. Rhythmik ihn faszinierte, und zum Brauchtum liegen mag, der etwa in Werken wie der Bauernhochzeit und dem Kindlfest zum Tragen kam. Eines seiner wohl bekanntesten Lieder in diesem Bereich schrieb er nach einem Text von Joseph von Eichendorff: Mich brennt’s in meinen Reiseschuh’n.
Die Erfahrung des Krieges schlug sich u.a. in einem Totentanz (nach Holzschnitten von Hans Holbein) für zwei Klaviere nieder. Auch die Begegnung mit Anton Webern kurz vor dessen tragischem Tod 1945 in Mittersill, wo er als Organist und Chorleiter tätig war, hinterließ bei ihm einen nachhaltigen Eindruck. Nach dem Krieg erweiterte er seine Kenntnisse durch Studien bei Paul Hindemith und Ernst Krenek. Vor allem in den 50er-Jahren übte die Tonsprache Béla Bartóks eine starke Anziehungskraft auf ihn aus. Interessanterweise entstanden nicht nur viele seiner Werke auf der Grundlage von Improvisationen, sondern er liebte es auch, bereits Fertiges umzuarbeiten und neue Fassungen zu erstellen.
Die überwiegend „ernste“ Seite seines Schaffens wurde jedoch, zu seinem Leidwesen, durch seine Erfolge als Komponist von Jugendmusik (Struwwelpeter, Bettlerhochzeit, Igel als Bräutigam, Der Mann im Mond) überschattet. Seine Vielseitigkeit wiederum führte auch zu Werken mit Zupfinstrumenten, darunter drei für Zupforchester (etwa eine Turkmenische Suite). Für sein Kammerkonzert für Gitarre und kleines Orchester (1962) erhielt er den Österreichischen Staatspreis.
Auflösung
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