schriftzug-Bund deutscher Zupfmusiker - Verband Baden-Württemberg

StraußVaterWer Ist's 2017-03

Zwar erlernte er einen ehrbaren Beruf – Buchbinder mit erfolgreicher Gesellenprüfung –, doch verdingte er sich zeitlebens als geigender Unterhaltungsmusiker. Sein Vater führte eine Wirtschaft, in welcher der Knabe schon früh (aber vermutlich auch spät) als Teil eines Schankterzetts die Gäste musikalisch zum Konsum animierte. Sein theoretisches Rüstzeug erhielt er bei Ignaz von Seyfried, jenem BeethovenIntimus, der die Uraufführung von dessen „Fidelio“ leitete.

Gemeinsam mit seinem langjährigen Freund und Konkurrenten unter den Wiener Tanzkapellmeistern Joseph Lanner spielte er etwa in dem Orchester seines Violinlehrers Michael Pamer. Als Komponist trat er ab 1825 in Erscheinung, heute hört man gelegentlich noch etwa die „Annen-Polka“ und den Walzer „Loreley-Rhein-Klänge“. Mit seiner Karriere unter eigenem Namen hinkte er Lanner hinterher, war es ihm doch wohl durch einen Vertrag mit seinem Schwiegervater (ebenfalls ein Wirt) zunächst verboten, eine eigene Kapelle zu gründen. Nichtsdestoweniger brachte er es bis zum k.k. Hofballmusikdirektor am Kaiserhof. Sowohl Lanner als auch er erhielten übrigens Anfang des 20. Jahrhunderts Ehrengräber auf dem Wiener Zentralfriedhof. Aus seiner Ehe mit der Wirtstochter gingen u.a. drei Söhne hervor, die allesamt ebenfalls Musiker wurden. Sein Erstgeborener, den die Mutter gegen den Willen des abtrünnigen Vaters (er hatte sie zugunsten einer Modistin, die ihm weitere acht Kinder schenkte, von denen jedoch fünf früh verstarben, verlassen) in seinen Ambitionen unterstützte, sollte ihn an Berühmtheit deutlich überflügeln – wäre da nicht jener Marsch, der zu den berühmtesten Werken der Musikgeschichte zählt. Von seinen über 200 Kompositionen ist er als mit Abstand bekannteste im allgemeinen Bewusstsein geblieben, denn wie gesagt, der Sohn … Christopher Grafschmidt

 

Lösung

BDZ Logo RGB kl

 logo bw

Impressum