schriftzug-Bund deutscher Zupfmusiker - Verband Baden-Württemberg

Antonio SalieriWer Ist's 2017-01

Geboren wurde er 1750 im venezianischen Legnago als achter Spross einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie. Nachdem er bereits im Violin- und Cembalospiel, in Gesang und Generalbass unterrichtet worden war, kam er 1766 als Kompositionsschüler Florian Leopold Gassmanns nach Wien, wo er nicht nur bei den Kammermusiken Kaiser Josephs II. den legendären Dichter und Librettisten Pietro Metastasio sowie seinen lebenslangen Freund und Gönner Christoph Willibald Gluck kennenlernte, sondern wo er auch bis zu seinem Tod blieb. 

1774 wurde er Gassmanns Nachfolger als kaiserlicher Kammerkomponist und Kapellmeister der Wiener italienischen Oper. In den 80er-Jahren unternahm er mehrere Auslandsreisen, auf denen er sich erfolgreich als Opernreformer im Gefolge Glucks präsentierte (etwa 1784 mit „Les Danaïdes“ in Paris), und wurde 1788 in Wien zum Kapellmeister der kaiserlichen Hofmusikkapelle ernannt. 1789 begann er die Vertonung eines Librettos mit dem Titel „Così fan tutte“, legte es jedoch bald als „wertlos“ zur Seite. Lorenzo da Ponte überarbeitete es daraufhin, bot es Wolfgang Amadeus Mozart an – der Rest ist Operngeschichte. In seinen späten Jahren widmete sich unser Gesuchter nahezu ausschließlich der Kirchenmusik und starb am 7. Mai 1825 nach mehrjährigem Leiden „am Brand der Alten“, einer arteriellen Verschlusskrankheit.

Er war nicht nur ein ausgezeichneter Gesangslehrer (er verfasste ein eigenes Lehrbuch und war ab 1817 Oberleiter der Wiener Singschule), sondern zählte zu seinen Kompositionsschülern u.a. Ludwig van Beethoven, Luigi Cherubini, Carl Czerny, Johann Nepomuk Hummel, Franz Liszt, Giacomo Meyerbeer, Anton Reicha und Franz Schubert. Gerade sein Einfluss auf Letzteren war in allen Bereichen der Vokalmusik wohl sehr groß.Mit seinen Orchestervariationen über „La Follia di Spagna“ wiederum schuf er gewissermaßen ein Grundlagenwerk, auch im Sinne einer Orchestrierungsstudie.

Die ihm noch zu Lebzeiten angedichtete Urheberschaft des Todes eines heute sehr viel berühmteren Zeitgenossen verhinderte über lange Zeit eine objektive Rezeption seiner Person und Werke. Dabei setzte sich der Gesuchte immer wieder für die Werke seines Kollegen ein, leitete etwa 1791 die Uraufführung von dessen letzter Sinfonie in g-Moll. Nach rund 150 Jahren Missachtung durch die Musikwelt erleben etwa seine Opern seit den 1970erJahren eine Renaissance, CDs mit seiner Musik erfreuen sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit, und die Walldorfer Musiktage 2010 waren sogar ganz seinem Schaffen gewidmet.

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