schriftzug-Bund deutscher Zupfmusiker - Verband Baden-Württemberg

Michael PraetoriusWer Ist's 2016-03

Geboren wurde er 1571 als Sohn eines lutherischen Pfarrers in Creuzburg bei Eisenach, womit seine spätere Laufbahn im Grunde schon vorgezeichnet war. Nach dem Besuch der Lateinschule studierte er zunächst Theologie und wirkte als Organist in Frankfurt/ Oder.

Von 1595 bis 1613 diente er dem zwar kulturbeflissenen, aber auch eifrig der Hexenverfolgung fröhnenden Fürsten Heinrich Julius von BraunschweigWolfenbüttel als Kammersekretär, Hoforganist und Hofkapellmeister. Nach dem Tod des Potentaten 1613 wechselte er für ein paar Jahre an den Hof zu Dresden, blieb aber, wenn auch unregelmäßig, der Hofkapelle in Wolfenbüttel erhalten.

Seine nachfolgende Anstellung beim Grafen Schwarzburg am Hof zu Sondershausen, diverse (seinerzeit deutlich aufwändigere) Reisen sowie etwa der Neuaufbau der Musik am Dom zu Magdeburg gemeinsam mit Heinrich Schütz und Samuel Scheidt 1618 führten letztlich zum Niedergang der Wolfenbütteler Hofkapelle, sodass er 1620 seinen Abschied als Kapellmeister nehmen musste. Im folgenden Jahr verstarb er am Tag seines 50. Geburtstages in Wolfenbüttel.

Sein Werdegang spiegelt sich auch in seinen Werken. Groß ist die Zahl seiner geistlichen Kompositionen, darunter über 1200 Liedbearbeitungen im Geiste der Reformation, am bekanntesten der vierstimmige Satz des Weihnachtsliedes Es ist ein Ros entsprungen.

Auf der anderen Seite veröffentlichte er unter dem Titel Terpsichore immerhin über 300 zumeist französische Tänze zum Zweck der Unterhaltung bei Hofe. Von besonderer Bedeutung für unser Wissen über die Aufführungspraxis der deutschen Musik des sogenannten Frühbarock ist sein dreibändiges Syntagma musicum, in dem auch alle damals gebräuchlichen Musikinstrumente beschrieben sind.

Christopher Grafschmidt

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