schriftzug-Bund deutscher Zupfmusiker - Verband Baden-Württemberg
Hans Eisler

Wer Ist's 2016-02

Geboren wurde er 1898 in Leipzig als Sohn eines österreichischen Philosophen (und Sozialisten), erste Kompositionen schrieb er mit 10 Jahren. Sein Oratorium Gegen den Krieg begann er bereits vor seiner (unfreiwilligen) Teilnahme am I. Weltkrieg. Nach dem Krieg hatte er engen Kontakt zur kommunistischen Partei Ungarns und schrieb sich 1919 in Wien für ein Kompositionsstudium ein. Parallel dazu nahm er Privatunterricht bei Arnold Schönberg, zu dessen herausragenden Schülern er gehören sollte, und verdingte sich u.a. als Leiter zweier Arbeiterchöre. 

1921 lernte er in Berlin Bertolt Brecht kennen, dem er ab etwa 1930 bis zu dessen Tod persönlich und musikalisch verbunden blieb. Nach seiner Überzeugung hatte Musik vor allem eine soziale Funktion, man musste damit die Massen erreichen, was ihn zwangsläufig in Konflikt mit seinem Lehrer brachte. Während der Weltwirtschaftskrise komponierte er vorwiegend proletarische Kampfmusik wie etwa das Solidaritätslied nach einem Text von Bert Brecht, das auch durch den Film Kuhle Wampe bekannt wurde. Als 1933 die Nationalsozialisten, die sein Lied Roter Wedding umgetextet als H.J. marschiert missbrauchten, an die Macht kamen, ging er ins Exil.

Bis 1937 lebte er u.a. in Österreich, Frankreich, der Tschechoslowakei und Dänemark. 1934 schrieb er gemeinsam mit Brecht das auch heute noch bekannte Einheitsfrontlied („Und weil der Mensch ein Mensch ist, | Drum hat er Stiefel im Gesicht nicht gern! | Er will unter sich keinen Sklaven sehn | Und über sich keinen Herrn.“) 1938 übersiedelte er in die USA, wo er in den folgenden zehn Jahren wegen seiner politischen Einstellung jedoch kritisch beäugt wurde, zumal er mit Sweet Liberty Land die Hymne der Kommunistischen Partei Amerikas verfasste.

1940 entstand im Zusammenhang mit dem Filmmusikprojekt, das er mit Theodor W. Adorno verfolgte, eine seiner bekanntesten Arbeiten: Vierzehn Arten, den Regen zu beschreiben. 1948 kehrte er nach Wien zurück, wo er jedoch im Grunde wieder von vorn anfangen musste, was ihn u.a. dazu veranlasste, sich 1949 (wie schon Brecht vor ihm) in der DDR niederzulassen.

Seine Vertonung eines Gedichts von Johannes R. Becher wurde 1950 zur Nationalhymne seiner neuen Heimat erklärt. Nichtsdestotrotz geriet er wegen eines Faust-Projekts in Konflikt (Formalismus-Vorwurf) mit der politischen Führung. Andererseits zählte er zu den Gründern der Deutschen Hochschule für Musik, die seit 1964, zwei Jahre nach seinem Tod, seinen Namen trägt.

Christopher Grafschmidt

Lösung

BDZ Logo RGB kl

 logo bw

Impressum