schriftzug-Bund deutscher Zupfmusiker - Verband Baden-Württemberg

Wer ist's? 02/20121202_Alonso_Mudarra

Wer ist‘s?

Er lebt zu einer Zeit, als die Fürsten noch eifrig in den schönen Künsten dilletieren und sich mit den führenden Malern, Musikern und Dichtern umgeben. Sein Geburtsjahr ist nicht gesichert – es könnte 1510 gewesen sein –, doch kommt er aus der kastilischen Provinz von Palencia wohl recht bald an den Hof der Herzöge von El Infantado in Guadalajara, welche er als „de toda Musica auia excelentes hombres“ beschreibt. So ist etwa der Herzog Iñigo López de Mendoza ein versierter Lautenspieler. Damals ist es auch üblich, dass die Fürsten ihre Musiker mit auf Reisen nehmen, wodurch der Gesuchte die Gelegenheit erhält, an der Krönung Karls I. in Bologna teilzunehmen.

 

Wer ist's? 01/2012albrechtsberger_sw

Wie so viele Komponisten begann der Sohn eines niederösterreichischen Landwirts seine musikalische Karriere als Chorknabe. Und wie sich das gehörte, erhielt er dabei auch Instrumental- (Orgel) und Kompositionsunterricht. Mit 13 Jahren wechselte er von den Augustinern in Klosterneuburg zu den Benediktinern im auch heute noch berühmten Stift Melk, wo seine Talente weiter gefördert wurden. Während des anschließenden Philosophiestudiums am Wiener Jesuitenseminar lernte er Michael Haydn und durch diesen auch dessen Bruder Joseph kennen. Letzterer, mit dem er auch in reifem Alter noch befreundet war und musizierte, sollte ihn später als Wiens besten Kompositionslehrer bezeichnen und den jungen Ludwig van Beethoven (mit dem er selbst nicht so gut zurechtkam) in seine Obhut geben.

Wer ist's? 04/2011Gustav-Mahler_Quelle_Wikipedia

Er hat neun Symphonien komponiert. Seine zehnte blieb Fragment, als er im Alter von 50 Jahren an einer Herzerkrankung starb.

War er zu Beginn seiner Karriere eher als komponierender Dirigent angesehen worden, so feierte er ein Jahr vor seinem Tod triumphale Erfolge mit der Uraufführung seiner achten Symphonie. Während Richard Strauss und Max Reger unisono erklärt haben sollen, er sei „gar ka Komponist“ (dessen ungeachtet hat sich Strauss sehr für seine Musik eingesetzt), schuf ihm Thomas Mann mit seinen Romanfiguren Adrian Leverkühn und Gustav von Aschenbach literarische Denkmäler. Theodor W. Adorno widmete ihm eine eigene Monographie, die er gemäß ihrem Untertitel als „musikalische Physiognomik“ verstand. Insbesondere seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts sind seine Werke aus dem Konzertleben nicht mehr wegzudenken. Zentrale Bedeutung für die Musikgeschichte gewann seine Musik ab dieser Zeit außerdem, da sich zahlreiche jüngere Komponisten mit seinem Werk nun auch kompositorisch auseinandersetzten.

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